Aktuelles aus dem Vereinsgeschehen

Lesung und Vernissage im Oktober 2022

Ach – Liebe ist dies ein Seufzer, ein Ausruf voller Begeisterung oder Verwunderung- oder bedeutet das Ach Bedauern oder gar Überdruß oder ….

Fast übervoll war der Veranstaltungsraum im Hospizverein Eckental mit Umgebung, der als Gastgeber am Freitag, 21. Oktober 2022, zur Lesung mit Vernissage eingeladen hatte: mehr als 50 Besucher und Besucherinnen kamen und hörten nach den einleitenden Worten von Prof. Dr. Ruth Neubauer-Petzoldt der Lesung von Hanne Mausfeld, Corinna Stens, Carola Grossmann, Sandra Eberwein, Susanne Maser, Ulrich Haas und Irmi Knappe zu.

Anschließend konnten die Bilder der Eckentaler Künstler_innen, die die Texte wunderbar illustrieren, in einer Ausstellung betrachtet werden. Außer ruthEva Karl waren alle Künstler_innen anwesend: mit Werner Baur, Hans-Dieter Jandt und der Nürnbergerin Heike Knoll und den Autor_innen entwickelten sich engagierte und vielseitige Gespräche.

Sehr anschaulich und überraschend schreiben noch eine Reihe weiterer Marktschreiber_innen auf rund 300 Seiten, wo die Liebe hinfällt, auch wenn sie wacklig auf den Beinen ist, und sie spielen mit all den liebe-vollen Redewendungen: wenn die Luft knistert, Liebende wie auf Flügeln schreiten, wenn man oder frau sich Flötentöne ins Ohr schicken oder ein Spiel mit dem Feuer wagen. Auch die Liebesobjekte können überraschend sein: sogar zu einem Staubsauger kann man/frau eine erotische Beziehung pflegen …

Seit der Antike, seit es Menschen gibt, wird versucht, die Liebe in all ihren Formen zu erfassen: von Caritas, der Nächstenliebe, über Eros bis zu Agape, der Gottesliebe im christlichen Verständnis. Oder als der Dreiklang der Liebe zwischen zwei Menschen aus Verantwortung, Intimität und Leidenschaft, deren jeweilige Anteile sich im Laufe der Jahre immer wieder neu entwickeln und anpassen müssen. Da ist die Liebe als eine ‚Kippfigur’ zu verstehen, die sich in Hass, in Gleichgültigkeit und Langeweile, in Freundschaft und in Gewohnheit und auch in Trauer und in Gewalt und Selbstaufgabe verwandeln kann.

Die Erzählungen und Gedichte geben originelle Einblicke, welche Erfahrungen und Gedanken sich Menschen von 25 bis 75, so in etwa die Jahrgänge der AutorInnen, rund um dieses Phänomen gemacht und dies in Literatur verwandelt haben: Die Liebe, Freud und Leid, Sehnsucht und Erfüllung – es scheint, als handle Literatur nur von ihr, und doch bleibt sie ein Rätsel, ein Faszinosum. Es ist nicht das Klischee eines romantisch symbiotischen Liebesideals, das hier angesprochen oder gar überhöht wird, sondern spannend und originell werden viele Facetten der Liebe in nachdenklichen, emotionalen und auch komischen Texten gespiegelt und in poetische Sprach-Bilder gefasst. Wenn sich ein Ich-Erzähler einer vergangenen Liebe erinnert oder die Enttäuschung über die ‚große Liebe’ so groß wird, dass nur noch ein Mord denkbar ist. Wie die Liebende wartet … oder dem Suchenden die Liebe plötzlich zufällt.

Der Band kostet 12 €; der Reinerlös aus dem Buch geht als Spende an den Hospizverein und an die Beratungsstelle Frauennotruf in Erlangen. Die Bücher und die Originale der Buchillustrationen können noch in den nächsten Monaten in den Räumen des Hospizvereins betrachtet und auch – zum Beispiel als Weihnachtsgeschenk – gekauft werden; der Preis der Bilder liegt bei 125,- €, wovon 100 € als Spende an den Hospizverein gehen.

Ruth Neubauer-Petzoldt

Die Autorinnen und Autoren:
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von links: Hanne Mausfeld, Corinna Stens, Carola Grossmann, Sandra Eberwein, Susanne Maser, Uli Haas, Irmi Knappe

Die Künstlerinnen und Künstler:

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von links: Heike Knoll, Werner Baur, Hans-Dieter Jandt (das Fotos von ruthEva Karl folgt)

Tag der offenen Tür im Oktober 2022

Hospiz kann mehr

Um diesem Motto des Welthospiztages 2022 gerecht zu werden, veranstaltete der Eckentaler Hospizverein Anfang Oktober seinen Tag der offenen Tür. Die Organisatorinnen hatten für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt. So konnten viele Interessierte die Vorträge über die Hospizarbeit im Alltag sowie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung besuchen und wurden über die Notfalldose und Notfallmappe informiert.
Als Publikumsmagnet entpuppte sich der Alterssimulationsanzug „GERT“. Typische Einschränkungen älterer Menschen, wie vermindertes Seh- oder Hörvermögen, Kraftverlust, Verringerung der Gelenkbeweglichkeit, des Greif- und Koordinationsvermögens oder Gangstörungen werden durch diesen GERontologischen Testanzug für Jüngere erlebbar gemacht.
Drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ASB stellten das Projekt „Wünschewagen“ vor. Sie informierten über ihre Einsätze, wie Schwerkranken am Ende ihres Lebens bereits unzählige Male ein besonderer Herzenswunsch erfüllt werden konnte.
Die interessierten Besucher hatten die Möglichkeit, sich in allen Räumen umzusehen. Ein liebevoll gestalteter Büchertisch informierte unter anderem über aktuelle Literatur zur Hospizarbeit und zur Trauerbewältigung auch für Kinder und Jugendliche. Reges Interesse fanden die Kalligrafien der Eckentaler Künstlerin Beate Waschneck-Unbehaun. Die anwesenden Hospizbegleiterinnen und -begleiter informierten über ihre Einsätze in der Sterbebegleitung sowie die weiteren Angebote des Hospizvereins und beantworteten gerne die Fragen der Besucher.
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Foto links (von links): Karin Koeppe, Vorstandsvorsitzende des Hospizvereins, freute sich, den stellvertretenden Landrat, Dr. Martin Oberle, sowie die Eckentaler Bürgermeisterin, Ilse Dölle, begrüßen zu können.
Foto Mitte: Die Bürgermeisterin stellte sich mutig als erste Testperson zur Simulation der altersbedingten Einschränkungen mit „GERT“ – unter Anleitung unserer Hospizbegleiterin Gaby Dettmann – zur Verfügung.

Yoga und Entspannung für die Hospizbegleiterinnen im August 2022

Dass Yoga für alle Altersgruppen geeignet ist, davon konnten sich die Hospizbegleiterinnen bei einem Abend mit der Übungsleiterin Isolde Ackermann überzeugen. Es wird auch nicht vorausgesetzt, dass man dafür besonders sportlich oder gelenkig sein muss. Isolde Ackermann erklärte den Teilnehmerinnen, dass bestimmte Techniken der geistigen Konzentration dienen und andere körperliche Übungen eine Verbesserung der Beweglichkeit bewirken. Nach den Yoga-Übungen war das Feedback der Hospizbegleiterinnen durchwegs positiv, sie fühlten sich entspannt, verspürten die wohltuende Wirkung von Yoga und daraus resultierend eine Steigerung ihres Wohlbefindens.

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Foto: (von links) Petra Schulze, Vorstandsmitglied, bedankt sich bei Isolde Ackermann für die kompetente Yoga-Anleitung

Wanderung bei Thuisbrunn im August 2022

In großer Runde haben wir nach der langen Corona-Pause endlich mal wieder eine Wanderung unternommen.
Wegen der hohen Temperaturen hatte Wolfgang Köstner eine gemütliche Strecke im Waldgebiet nahe Thuisbrunn ausgesucht.
Anschließend fanden wir uns zum geselligen Beisammensein im Elchbräu in Thuisbrunn ein.

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(Auf dem vorletzten Foto fehlt Petra Schulze, sie machte das Foto)

Ausflug nach Bamberg Ende Juni 2022

Den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Vereins wurde als Anerkennung für ihre zahlreichen Einsätze in der Sterbe- und Besuchsbegleitung sowie ihre sonstige Unterstützung im Verein ein Ausflug nach Bamberg ermöglicht.
Eine äußerst kompetente Stadtführerin zeigte ihnen bei einem Rundgang die Altstadt des Weltkulturerbes Bamberg und informierte über vielerlei Episoden aus der Geschichte.
Bei dem Ausflug durfte ein Besuch in einem traditionellen Bamberger Biergarten nicht fehlen. Im weithin bekannten Brauerei-Gasthof Greifenklau bestand die Möglichkeit für ein ausgiebiges Abendessen und des Probierens eines der guten Bamberger Biere.
Am Abend stand der Besuch eines Theaterstücks mit dem Titel „Sie werden lachen, es geht um den Tod“ auf dem Programm. Es handelte sich um ein Improvisationstheater, bei dem die beiden Schauspielerinnen dem Publikum auf geschickte Art und Weise einige Impulse entlockten, aus diesen entstanden in unmittelbarer Folge einfallsreiche Szenen. Aufgrund des abwechslungsreichen, interessanten Programms empfanden alle Beteiligte den Ausflug als eine Bereicherung. Die Hospizbegleiterinnen und -begleiter möchten es nicht versäumen, sich besonders bei Gaby Dettmann für die tolle, bis ins kleinste Detail durchgeplante Organisation zu bedanken und natürlich auch bei den Vorständen, die diesen Ausflug genehmigten.

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Hospizabend "Seelsorgerische Gesprächsführung"

Bei einem kürzlichen Hospizabend mit dem Titel „Seelsorgerliche Gesprächsführung“ gelang es der Referentin Bianka Lebküchler, die Hospizbegleiterinnen und -begleiter ausführlich über die Möglichkeiten einer Kommunikation mit Sterbenden und deren Angehörigen zu informieren. Äußerst kompetent und für alle gut verständlich stellte sie die Voraussetzungen für eine gelingende Kommunikation vor und reflektierte hilfreiche oder weniger hilfreiche Reaktionen in verschiedenen Gesprächssituationen.

Bianka Lebküchler ist beruflich als Gemeindereferentin im Seelsorgebereich Neubau tätig. Im Moment absolviert sie zusätzlich eine Ausbildung zur Ehe – Familien – und Lebensberaterin. Nachdem sie auch ausgebildete Hospizbegleiterin ist, freuen sich unsere Organisatoren besonders, wenn die Fortbildung wie in diesem Fall von einer unserer eigenen Mitarbeiterinnen abgehalten werden kann. Die Fähigkeit zu einer guten Gesprächsführung ist nicht nur in der ehrenamtlichen Hospizarbeit wichtig, sondern sie nützt uns ebenso im täglichen Umgang mit unseren Mitmenschen.

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Iris Wotschach, Koordinatorin beim Eckentaler Hospizverein, bedankt sich bei Bianka Lebküchler (re.) für den interessanten und informativen Vortrag

Ein besonderer Abend für die HospizbegleiterInnen

Vor kurzem fand für die Ehrenamtlichen des Eckentaler Hospizvereins ein Abend mit der Krankengymnastin und Physiotherapeutin Elke Wahler-Husi statt. Ihr lebhafter Vortrag, basierend auf einer 50-jährigen Berufserfahrung, kam bei allen gut an. Das Thema lautete „Fußreflexzonenbehandlung“ und die Wirksamkeit erklärte die Therapeutin durch den Formenvergleich des aufrecht stehenden Fußes mit einem sitzenden Menschen. Die jeweiligen Zonen des Fußes können bestimmten Körperteilen und Organen zugeordnet werden, so dass eine Behandlung des ganzen Körpers möglich ist.

Laut Elke Wahler-Husi fand die Fußreflexzonenbehandlung während ihrer beruflichen Tätigkeit als Therapeutin unter anderem vielseitige Anwendung in der Trauertherapie. Den Hospizhelferinnen und -helfern erklärte sie, dass sie auch in der Sterbebegleitung die Möglichkeit haben, dem kranken Menschen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln und sein Wohlbefinden zu steigern, indem man einfach seine Füße hält oder leicht darüberstreicht.

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Wolfgang Köstner (stellv. Vorsitzender des Hospizvereins) bedankte sich bei Elke Wahler-Husi mit einem Blumenstrauß.

Nachruf auf unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin Waltraud Jabusch im Dezember 2021

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Basteln für den Weihnachtsmarkt im November 2021

Die Hospizbegleiterinnen und –begleiter hatten sich ebenso wie die Eckentaler Bürger auf den Weihnachtsmarkt am Rathaus gefreut. Um die Palette der handwerklichen Verkaufsgegenstände etwas zu erweitern, kam den Mitarbeitern des Hospizvereins heuer die Idee, Zwetschgenweibla und Zwetschgenmännla zu basteln und diese beim Weihnachtsmarkt zu verkaufen. Mit viel künstlerischer Kreativität, großer Geduld und Liebe zum Detail fertigten sie die tollsten Figuren an. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen musste der Weihnachtsmarkt wie bereits im Vorjahr abgesagt werden. Damit sich die Mühen der fleißigen Bastlerinnen wenigstens etwas gelohnt haben, können die Zwetschgenweibla und –männla während der Büroöffnungszeiten des Hospizvereins (Mo und Do von 9-12 Uhr; Mi von 14-17 Uhr) gekauft werden. Auch leckere selbstgemachte Marmeladen und handgestrickte Socken werden angeboten.

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Interessanter Vortrag über Palliativmedizin im Oktober 2021

Vor kurzem fand in den Räumen des Eckentaler Hospizvereins ein Vortrag über Palliativmedizin statt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hospizvereins begegnen die Begriffe Palliativversorgung, Palliativmedizin laufend und sie sind somit sehr gut über die Möglichkeiten informiert, wie schwerkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen durch die Palliativmedizin die bestmögliche Lebensqualität bis zum Tod erhalten wird. Es war umso erfreulicher, dass so viele HospizbegleiterInnen an dieser Veranstaltung teilnahmen.

Martha Spiegel, Praktische Ärztin in Nürnberg und Palliativmedizinerin im stationären Caritas-Hospiz Xenia, berichtete anhand von vielen Fallbeispielen aus ihrer beruflichen Tätigkeit. Sie schilderte sehr anschaulich ihren Alltag, bei dem neben erfreulichen medizinischen Fortschritten auch immer wieder Probleme und Schwierigkeiten auftreten, die bewältigt werden müssen. Die vielen Fragen, die die HospizbegleiterInnen an Martha Spiegel richteten, konnte sie aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung mühelos beantworten.

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von rechts: Ärztin Martha Spiegel, Koordinatorin Iris Wotschach

Vorstellung des Hospizvereins beim Markt Igensdorf im November 2021

Edeltraud Rösner, die Seniorenbeauftragte des Marktes Igensdorf, hatte vor kurzem Iris Wotschach, Koodinatorin des Eckentaler Hospizvereins, in die Igensdorfer Bücherei eingeladen, um den interessierten Bürgerinnen und Bürgern die vielfältigen Hospizdienste vorzustellen. Erfreulicherweise wurden für diese Zwecke die Räume der Marktbücherei zur Verfügung gestellt.
Es konnten immer wieder auftretende Fragen, welche Aufgaben denn ein Hospizverein überhaupt hat oder wie Sterben in Würde und Menschlichkeit vor sich gehen kann, beantwortet werden. Die Besucher begrüßten außerdem, dass sie sich an den Eckentaler Hospizverein wenden können, ganz egal ob sie Bedarf an Sterbe- oder Trauerbegleitung, Fragen zur Hospiz- und Palliativversorgung oder zu den Vorsorgemaßnahmen haben.

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Iris Wotschach (li) und Sonja Fiebig (re), Bibliothekarin der Marktbücherei Igensdorf, freuten sich über das Interesse der Bürgerinnen und Bürger

Rückmeldung von Edeltraud Rösner, Seniorenbeauftragte Markt Igensdorf:

Der Vortrag am 15.11.2021 in den Räumen der Marktbücherei Igensdorf, gehalten von Anneliese Hitschfel und Wolfgang Köstner, die beide Mitarbeiter des Eckentaler Hospizvereins sind und in Igensdorf wohnen, traf auf ein sehr interessiertes Publikum, alle - auch die junge Generation - mit Impfnachweis. Wie wichtig es besonders im Alter, aber auch für Jüngere ist, eine Vertretungsregelung für den Fall zu treffen, dass man selbst seinen Willen nicht mehr kundtun kann, wurde gut herausgearbeitet. Welche Behandlungs - und Versorgungswünsche habe ich als Vollmachtgeber, welche Person des Vertrauens soll bevollmächtigt werden. Mit dieser zusammen sollten die Wünsche gut besprochen werden. Was ist wichtig, wenn es mal schnell gehen muss: Eine Notfallmappe mit u.a. Medikamentenplan, Kopien von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, eine Notfalldose mit Kurzinformationen oder eine Notfalltasche mit den wichtigsten Utensilien, falls man überraschend ins Krankenhaus muss. Jederzeit kann mit dem Hospizverein ein Termin zur gemeinsamen Besprechung vereinbart werden. Auch diesen Vortrag halte man gerne noch einmal. Bis dahin ein herzliches Dankeschön an die Gäste für ihre Disziplin, den Vortragenden für ihre Wissensvermittlung und der Marktbücherei Igensdorf für die Gastfreundschaft.

Information zum Thema „Rechtliche Betreuung“ im Oktober 2021

Der Eckentaler Hospizverein hatte vor kurzem Richard Jost, Geschäftsführer des Betreuungsnetzes Erlangen e.V., zu einem Infoabend in seine Hospizräume eingeladen. Herr Jost erläuterte in seinem Vortrag die Wichtigkeit von Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Er erklärte den interessierten Hospizbegleitern was unter einer rechtlichen Betreuung zu verstehen ist, wie eine Betreuung eingerichtet werden kann, welche Rechte und Pflichten ein Betreuer hat und vieles mehr.
Herr Jost wies darauf hin, dass das Betreuungsnetz für die Bewohner der Stadt Erlangen und des Landkreises ERH zuständig ist und man alle Fragen zu rechtlichen Betreuungen an die Geschäftsstelle richten könne. Allerdings sollte man sich im Falle der Erstellung einer Patientenverfügung am besten an die speziell dafür ausgebildeten Berater der Hospizvereine wenden.

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Karin Koeppe (re) bedankte sich bei Richard Jost (li) im Namen der Hospizbegleiterinnen und –begleiter mit einer kleinen Aufmerksamkeit.

"Kunst trifft Hospiz" - Schriftbilder voll Atmosphäre im Oktober 2021

Kalligraphien von Beate Waschneck-Unbehaun in den Räumen unseres Hospizvereins

Schrift sehen wir im Alltag überall … umso überraschender wirken dann diese Bilder, die wir am Freitagabend sehen konnten und die die Schrift so ganz anders ins Bild setzen: voller Farbe in intensivem Grünblau und Orange und leuchtendem Rot als Bilder voller Atmosphäre. Zuerst liest man gar nicht unbedingt den Text, sondern bekommt ein Gefühl von Konzentration und zugleich Dynamik, von Lebensfreude und Melancholie, von Ordnung und Chaos, Wehmut und Helligkeit.
Beate Waschneck-Unbehaun beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit kalligraphischen Bildern und hat für den Hospizverein eine Reihe von Werken geschaffen, die sich mit dem Thema Tod und Sterben und dem ‚Danach’ der Erinnerung befassen. Sie wählt bekannte und weniger bekannte Weisheiten und Sprüche aus, zum Beispiel: „„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“ von Albert Schweitzer oder „Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende eines langen Lebens“ von Franz von Assisi. Diese Zitate werden dann durch die Farbe und besondere Schriftgestaltung in einen stimmigen Kontext als Schriftbild gesetzt.
Die Künstlerin, die 2010 die Kunstschule Eckental in Brand gegründet hat und seitdem leitet, wurde eingangs von Petra Schulz vom Hospizverein vorgestellt: in Augsburg geboren, hat sie dort Kommunikationsdesign an der Fachhochschule für Gestaltung studiert und war viele Jahre als Grafikdesignerin in Werbeagenturen tätig. Sie hatte eine Reihe von Ausstellungen im Raum Erlangen und Nürnberg und konzentriert sich in den vergangenen Jahren vor allem auf die Besonderheit ihrer Schriftbilder. Am Freitagabend brachte sie für die zahlreichen Besucherinnen und Besucher auch eine Sammlung ihrer erstaunlichen Schrift-Werkzeuge mit: nicht nur Federhalter mit verschiedenen Federstärken, sondern auch echte Federkiele und den selbst gebastelten ‚Cola-Pen’, Rohrkiele und Pinsel, auch solche mit Metallspitzen, breit und schmal und mit Rillen, um die Tinten aufzunehmen. Sie erzählte, dass sie während des Studiums ein ganzes Semester lang nur eine Schriftart übten, immer und immer wieder an der handwerklichen Technik feilten. Das ist ein besonders schönes Beispiel, wie erst das Beherrschen von Technik und formalem Können die Freiheit bieten, dann ganz Neues freihändig zu gestalten.
Man muss Grenzen erst erkennen, um diese dann bewusst überschreiten oder neu gestalten zu können. Und dies, die Grenze, ist ein Thema, das die Inhalte dieser Ausstellung, die große Grenze des Lebensendes berührt. Die Schrift ist, hat sich das Auge darauf fokussiert, gut lesbar, spielt mit Farbwechseln, wird dunkler und heller, im Kontrast zum Hintergrund. Die Sprache und das Schriftbild berühren dabei anschaulich eine Grenze des Sagbaren, offenbaren einen Übergang an der Grenze zwischen Leben und Tod, der Licht oder Dunkelheit bedeuten kann.
Dabei zeigen sich in den Bildern auch Elemente aus verschiedenen Kunstgattungen und Kulturen, so ist eine Stele, wie ein aus der Antike stammender freistehender Pfeiler mit Inschrift, zu sehen, die zum Tod eines Freunde gestaltet wurde. Die Künstlerin ließ sich von „Enso“, dem Zen-Kreis, inspirieren, malt auf Stoff wie auf ein Altartuch, wählt ein ungewöhnlich quadratisches Format.
Die Technik dieser Schriftbilder bewegt sich in den Übergängen und Grenzüberschreitungen von Bild und Schrift, der kurze Text wird übermalt, verschwimmt, verläuft in zarten oder leuchtenden Farben. So interpretieren diese Bilder in ihrem Übergang von Konkretem zum Abstrakten einen atmosphärisch dichten Blick auf den Tod. Die Schrift an sich ist ein Abstraktum, zumal wenn sie wie in unserer Kultur keine Bilderschrift ist, sondern erst durch die Bedeutung zum Zeichen und zur Bezeichnung für etwas Konkretes wird. In diesem Sinne sind diese Schriftbilder Blicke auf das Abstraktum des Todes als einem Übergang zwischen Nichts und Ewigkeit.
Der Tod bleibt für uns Lebende, die sich die Bilder ansehen, etwas zutiefst Abstraktes und Unvorstellbares und ist doch zugleich so konkret und erfahrbar – wie diese Schriftbilder in ihrem lebendigen, melancholischen, hoffnungsvollen Zusammenspiel aus Zeichen, Form und Farbe.

Text von Ruth Neubauer-Petzoldweitere Informationen über Frau Prof. Dr. Neubauer-Petzold

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Hospizvereins zu besichtigen. Die Bilder können käuflich erworben werden; 20 % des Verkaufserlös gehen als Spende an den Hospizverein.

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Beate Waschneck-Unbehaun

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